Machbarkeitsstudie für ein Radvorrangroutennetz in Augsburg
Die Stadt Augsburg hat in Weiterentwicklung zur Radkonzeption von 2015 und im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Augsburger Mobilitätsplans (AMP) eine Machbarkeitsstudie für ein Radvorrangroutennetz in acht Korridoren aus den Nachbargemeinden in die Augsburger Innenstadt durchgeführt.

© Planungsbüro VIA eG / Bernard Gruppe ZT GmbH
Projekttyp
Radverkehr
Wo
Stadt Augsburg
Zielgruppe
Sonstige
Bezugsraum
Kreisfreie Stadt
Umsetzungsdauer
über 12 Monate
Einführungsjahr
2025
Finanzierung
Sichtbar nur mit Mitgliedszugang
Kosten
Sichtbar nur mit Mitgliedszugang
Status
umgesetzt
Projektbeschreibung
Die Stadt Augsburg hat mit Beschluss vom 26.01.2015 im Rahmen des Projekt Fahrradstadt ein Radverkehrskonzept mit Netzplanung beschlossen, welches seitdem Stück für Stück umgesetzt wird.
Das Radverkehrsnetz wurde 2015 unterschieden nach den Netzkategorien:
- Innergemeindliche Radhauptverbindungen (IR III)
- Innergemeindliche Radverbindungen (IR IV)
- Überregionale Freizeitverbindungen
- Kommunale Freizeitverbindungen.
Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des Augsburger Mobilitätsplans (AMP) als Sustainable Urban Mobility Plan „SUMP“ sollte eine zusätzliche Netzebene „Radvorrangrouten“ ergänzt werden.
Für eine Machbarkeitsstudie für ein Radvorrangroutennetz auf dem Stadtgebiet der Stadt Augsburg wurden sieben Relationen bzw. Korridore aus den Umlandgemeinden in das Zentrum sowie eine innerstädtische tangentiale Verknüpfung der Radvorrangrouten ausgewählt:
- Königsbrunn – Innovationspark – Stadtzentrum
- Neusäß – Universitätsklinikum – Stadtzentrum
- Friedberg – Stadtzentrum
- Gersthofen – Stadtzentrum
- Stadtbergen – Stadtzentrum
- Bobingen – Inningen – Stadtzentrum
- Mühlhausen – Flughafen – Lechhausen – Stadtzentrum
- Innerstädtische tangentiale Verknüpfung der Vorrangrouten
In Anlehnung an die „Hinweise zu Radschnellverbindungen und Radvorrangrouten“ (H RSV, Ausgabe 2021), den beschlossenen Standardanforderungen an Radverkehrsanlagen der Stadt Augsburg (ebenfalls 2015 beschlossen) und an die Musterlösungen der AGFK Bayern sollten möglichst durchgängig umsetzbare Ausbau- und Gestaltungsstandards definiert werden.
Bei der Definition der Qualitätsstandards sollte weiterhin der in der Stadt Augsburg gegebene räumliche Kontext einer teilweise mittelalterlich geprägten Stadtstruktur mit entsprechend engen Straßenräumen und den damit verbundenen Flächenkonkurrenzen berücksichtigt werden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie war es eine Aufgabe, innerhalb der acht Korridore verschiedene Trassenvarianten sowie sämtliche potenzielle Netzabschnitte zu untersuchen und zu bewerten.
Die Machbarkeitsstudie sollte folgende Arbeitspakete umfassen:
- Grundlagenermittlung
- Festlegen von Qualitätsstandards und Bewertungskriterien
- Trassenfindung für 8 Korridore:
Projekt-Informationen
Projektwebseite
Zielsetzung
Die Machbarkeitsstudie sollte die planerische Umsetzbarkeit der Radverkehrsanlagen auf der Strecke und im Knotenpunkt in dem für die Radvorrangrouten festgelegten Qualitätsstandard für acht Trassen/Korridore darstellen und bewerten sowie für jeden Korridor eine Vorzugstrasse empfehlen.Rechtliche Grundlagen
Einschlägige Planungsrichtlinien und gesetzliche Vorgaben.Beteiligte Stellen/Ämter
Im Rahmen der Durchführung der Machbarkeitsstudie wurden weitere Ämter und Fachdienststellen beteiligt.Ergänzende Baumaßnahmen
keineBegleitmaßnahmen
Ressourcen (nicht finanzielle): Die Machbarkeitsstudie wurde an zwei externe Planungsbüros vergeben.
Bürgerbeteiligung: Die Öffentlichkeit und Interessensvertreter werden im Rahmen der weiteren Planung nach den üblichen Formaten beteiligt und informiert.
Begleitkommunikation: Während der Durchführung der Machbarkeitsstudie erfolgte ein mündlicher Sachstandsbericht im Bauausschuss der Stadt Augsburg (öffentlich).
Erfolgsfaktoren
Insgesamt wurden durch die Planungsbüros innerhalb der acht Korridore rund 140 Trassenvarianten detailliert geprüft und bewertet.
Im Ergebnis der Trassenbewertung liegen für jeden Korridor eine empfohlene Radvorrangroute einschließlich einer weiteren Vorzugsvariante in Korridor 3 Nord sowie eine Variante Ost-West-Achse vor, die in einem Bericht sowie in Maßnahmensteckbriefen und Detailskizzen dokumentiert sind. Der Bericht enthält zudem eine Realisierungsempfehlung der Gutachterbüros.
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für ein Radvorrangroutennetz auf dem Stadtgebiet der Stadt Augsburg wurden am 19.03.2026 im Bauausschuss beschlossen und der Beschluss des Bauausschusses am 26.03.2026 durch den Stadtrat bestätigt.
Die Verwaltung wurde durch den Stadtrat beauftragt, die in der Machbarkeitsstudie genannten Radvorrangrouten weiter auszuarbeiten und mit den Korridoren 6 (Stadtbergen) und 7 (Neusäß) sowie dem Korridor 4 bis zur Universität zu beginnen. Die erforderlichen Planungsleistungen sollen abschnittsweise vergeben sowie die jeweiligen Fördermöglichkeiten der Baumaßnahmen geprüft werden.
Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie sind zudem bei den weiteren Verkehrs- und Stadtplanungen sowie in der Bauleitplanung zu Grunde zu legen.
Im laufenden Projekt „Augsburger Mobilitätsplan“ ist im Rahmen der Angebotsplanung eine Fortschreibung der strategischen Verkehrsinfrastrukturplanung für die Hauptverkehrswege mit einem integrierten und verkehrsmittelübergreifenden Ansatz angedacht. Um die Erreichbarkeit auch des Radverkehrs zu sichern, sind Netzlücken zu schließen und attraktive Routen zu entwickeln. In diesem Gesamtkontext sollen auch die weitere Planung und Umsetzung der Radvorrangrouten erfolgen.
Mit der Machbarkeitsstudie konnte die Radkonzeption im Projekt Fahrradstadt weiter fortgeschrieben und ein wesentlicher Beitrag zur Radverkehrsförderung geleistet werden.Themen
Konzeption und Planung
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