Planung zum Bau einer innovativen Radverkehrsverbindung unter der Eisenbahnbrücke Holzbachstraße
Unter einer bestehenden Eisenbahnbrücke sollte ein sicheres und komfortables Angebot für den Radverkehr geschaffen werden. Aufgrund der räumlichen Einschränkungen der Verkehrsfläche, wurde eine Alternative für die Radfahrenden oberhalb des zur Fahrbahn parallel verlaufenden Fließgewässers gesucht. Hierbei galt es, sowohl technische als auch ökologische Herausforderungen zu beachten.

Projekttyp
Radverkehr
Wo
Stadt Augsburg
Zielgruppe
Alle Bevölkerungsgruppen
Bezugsraum
Gemeinde / Stadt
Umsetzungsdauer
keine Angabe
Einführungsjahr
2024
Finanzierung
Sichtbar nur mit Mitgliedszugang
Kosten
Sichtbar nur mit Mitgliedszugang
Status
Sonstiges
Projektbeschreibung
Bei der Holzbachstraße handelt es sich um eine innerstädtische Hauptverkehrsstraße mit maßgeblicher Verbindungsfunktion zwischen dem Stadtteil Pfersee und der Innenstadt. Derzeit ist in der Holzbachstraße zwischen der Bürgermeister-Ackermann-Straße im Süden und der Badstraße im Norden nur teilweise eine einseitige Zweirichtungs-Radverkehrsführung auf der Westseite vorhanden.
Es kommt zu häufigen Gefahrensituationen. In der anschließenden Bahnunterführung ist aus Platzgründen keine Radwegführung oder Gehwegfreigabe möglich.
Die Stadt Augsburg möchte dennoch diese Netzlücke schließen, indem auf der Ostseite des Holzbaches eine neue, 5m breite, separate Rad- und Fußverkehrsverbindung für beide Fahrtrichtungen angelegt werden soll. Daher wurde die Planung eines Rad- und Fußwegs über dem Holzbach aufgenommen.
Dabei sind folgende Randbedingungen die entscheidenden erschwerenden Faktoren bei dieser Maßnahme:
• Beengte Platzverhältnisse. Links und rechts des Flussbettes (teilweise auch darüber) sind Bauwerke der Deutschen Bahn. Diese sind in einem baulich schlechten Zustand und dürfen durch das geplante Bauwerk nicht beeinträchtigt werden.
• Der Fließquerschnitt darf nicht verengt werden. Eine Gründung im Flussbett ist dadurch auch nur bedingt möglich.
• Ökologie. Nachgewiesene Wasserfledermäuse nutzen den Holzbach als Lebensraum. Eine Zerstörung dessen wäre ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz.
Um eine technische Lösung für die genannten Randbedingen zu finden, wurden auch innovative Ideen zugelassen. Darauf aufbauend wurde eine Vorplanung mit den folgenden vier Varianten erstellt: Aufgeständerter Steg, Schwimmender Steg, Freitragender Steg oder Konsolbrücke. Diese vier Varianten wurden mittels einer Matrix bewertet und gegenübergestellt. Die Wertungspunkte waren Tragsystem, Bauverfahren, Verkehrsbeeinträchtigung, Nutzungskomfort, Eingriff in Fließquerschnitt, Naturschutzfachliche Belange, Artenschutz Fledermaus, UNESCO-Welterbe und die Wirtschaftlichkeit.
Die Empfehlungen zur baulichen Gestaltung stehen dabei teilweise im Gegensatz zu den Anforderungen des Gewässerschutzes, die sich aus dem Fischbestand ableiten lassen. Somit haben sich die Randbedingungen gegenüber den ursprünglichen Annahmen geändert und die Idee eines ursprünglich geplanten transluzenten Weges ist in den Hintergrund gerutscht.
Den ungelösten technischen und genehmigungsrechtlichen Belangen steht zudem ein sich jetzt schon abzeichnender hoher monetärer Aufwand und eine für so ein Bauwerk unverhältnismäßig kurze Nutzungsdauer gegenüber. Somit stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit für dieses Projekt.
Die Bauverwaltung kommt daher aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse, der naturschutzfachlichen und naturschutzrechtlichen Belange und der voraussichtlich nur kurzen Nutzungsdauer für das Projekt zu dem Ergebnis, die Realisierung einer Radwegverbindung in der Holzbachstraße erst mit der Erneuerung des Brückenbauwerks durch die Deutsche Bahn umzusetzen und dazu als nächsten Schritt mit der Deutschen Bahn den Abschluss eine Planungsvereinbarung vorzubereiten. In diesem Zusammenhang können dann die notwendigen Breiten für eine zukunftsfähige Verkehrsinfrastruktur umgesetzt werden.
Projekt-Informationen
Projektwebseite
Zielsetzung
Es galt eine komfortable und sichere Radverkehrsverbindung im Zuge einer Bahnunterführung zu finden. Aufgrund der eingeschränkten räumlichen Möglichkeiten wurden innovative Lösungsansätze zur Radverkehrsführung im Bereich des zur Fahrbahn parallel verlaufenden Fließgewässers entwickelt.Erfolgsfaktoren
Aufgrund der ungelösten technischen und genehmigungsrechtlichen Belange und dem sich jetzt schon abzeichnenden hohen monetären Aufwand und eine für so ein Bauwerk unverhältnismäßig kurze Nutzungsdauer hat der Augsburger Stadtrat zugestimmt, die Planung nicht weiter zu verfolgen.
Themen
Konzeption und Planung
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